Umwelt (Grüner Gockel)

Kirchengemeinde in Schöpfungsverantwortung

 
Der „Grüne Gockel“ ist ein Umweltmanagementsystem, welches in den badischen Kirchengemeinden angewandt wird um das Ziel, „Bewahrung der Schöpfung“, wirkungsvoller zu erreichen
 
Nach dem Beschluss des KGR im September 2007, dass die Kirchengemeinde am Projekt Grüner Gockel teilnimmt, wurde die Gemeinde am 23.11.2009 das erste Mal zertifiziert.
Die Zertifizierung erfolgt nach den Regeln der EMAS (Eco-Management and Audit Scheme), das 1993 von der europäischen Kommission eingeführt wurde und weltweit und für alle Betriebsgrößen anwendbar ist.
Auf der Feier „20 Jahre Grüner Gockel“ wurde die Gemeinde für ihr 15 jähriges Engagement ausgezeichnet.
 
Urkunde 15 Jahre Grüner Gockel in der ev. Kirchengemeinde Gaggenau
 
 
Öko-Gottesdienst zum Jubiläum
In einem besonderen Gottesdienst am 2.3.2025, der sich mit der Erhaltung der Schöpfung auseinandersetzte, wurde die Urkunde zum Jubiläum „15 Jahre Grüner Gockel in Gaggenau“ überreicht. Eingeladen waren auch alle ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die beim GG über die Jahre mitgearbeitet hatten und die man schriftlich noch erreichen konnte.
Jutta Walter hielt die Laudatio und überreichte die Urkunde.
Anschließend gab es bei Getränken noch einen kleinen Empfang zum Plaudern und Austauschen.
Der Grüne Gockel ist ein System zur Erfassung, Bewertung und Reduzierung der Umweltauswirkungen in der Kirchengemeinde. Er erfüllt die Vorgaben des europäischen Öko-Audits EMAS.
Schöpfung bewahren: Wir reduzieren unsere negativen Auswirkungen auf die Umwelt (z.B, CO2 -Ausstoß, Trinkwasserverbrauch, Abfallaufkommen, Schadstoffeintrag, Flächenversiegelung).
Verbrauchskosten senken: Durch den bewussten Umgang mit den Ressourcen verringern sich auch die Kosten (z.B, für Wärmeenergie, Strom, Wasser und Abfall).
Vorbild sein: Die Kirchengemeinde will mit gutem Beispiel vorangehen und durch ihr Engagement auch andere zur Bewahrung der Schöpfung motivieren.
 
 
Was wir tun
 
Wir messen regelmäßig den Verbrauch und können bei Unregelmäßigkeiten zeitnah reagieren.

In der Radfahrerkirche haben wir noch eine Ölheizung. Da messen wir den Ölverbrauch.
 
Den konnten wir von 2084 Liter im Jahr 2021
auf 509 Liter im Jahr 2023 reduzieren.
 
 
 
Wir
ko
ntrollieren den Stromverbrauch in allen
 
Gebäuden, messen wie viel unsere Solaranlage erzeugt und wie viel
wir in das Netz einspeisen.
 
Der Wasserverbrauch wird kontrolliert.

 
 
 
Auch der Gasverbrauch wir beobachtet
 
 
Wir kau
fen nachhaltige und umweltfreundliche Produkte.
Vieles wird zentral über das Sekretariat oder den Kindergarten eingekauft.
 

Erfolgsstorys

Im Sommer 2018 fiel uns auf, dass der Stromverbrauch 
in der Markuskirche – auch in den Zeiten ohne Beleuchtung und Heizung – über 100kWh pro Monat lag. Das konnten wir uns nicht erklären und gingen auf die Suche nach einem Dauerverbraucher. Nach langer Suche wurden wir fündig. Eine Schmutzwasserpumpe im Pumpensumpf im Heizungskeller verbrauchte dauerhaft Strom. Beim genauen Hinsehen, fanden wir, dass die Pumpe blockiert war, das Wasser überhaupt nicht wegpumpte, sondern nur Strom zog. Glücklicherweise hatten wir das Problem noch rechtzeitig erkannt, bevor der Heizungskeller unter Schmutzwasser stand.
Der Wasserverbrauch in der Johanneskirche war von Monat zu Monat höher geworden. Es stellte sich dann heraus, dass eine Leitung außerhalb des Gebäudes undicht war.
Ein erhöhter Wasserverbrauch in der Lukasgemeinde führte zu einer defekten Toilettenspülung.
Die Heizung in der Radfahrerkirche benötigte etwa 100 Liter Heizöl pro Monat, obwohl darin keine Veranstaltungen stattfanden. Das kam daher, dass der Heizkessel dauernd lief, das heiße Wasser aber gar nicht benötigt wurde.
 
Das Team
 
v.l. Ralf Velimky, Michael Kassuba, Wolfgang Breihofer, Norbert Gerstner, Alexander Kunick, Siegfried Mörtl
 
 
 

Leitlinien

Präambel

Im Glauben an die Liebe Gottes, des Schöpfers, erkennen wir dankbar das Geschenk der Schöpfung, den Wert und die Schönheit der Natur. Gemeinsam wollen wir uns für nachhaltige Lebensbedingungen für die gesamte Schöpfung einsetzen. (aus: Charta Oecumenica 22.4.2001)
In der Bibel (1.Mose 2,15) sind wir Menschen aufgefordert, die „Erde zu bebauen und zu bewahren“. Wir nehmen diesen Auftrag an.
 
1. Die Schöpfung bewahren
Wir wollen die negativen Auswirkungen unseres Lebensstils auf die Umwelt reduzieren, indem wir natürliche Ressourcen sparen, den Verbrauch kontrollieren, biologisch abbaubare Betriebsmittel verwenden und regionale Produkte bevorzugen. Durch gemeinsam festgelegte Ziele, verbunden mit klaren Zuständigkeiten, erhoffen wir uns stetige Verbesserungen.
 
2. Den Verbrauch reduzieren
Durch gezielte Maßnahmen bei der Nutzung der Gebäude und bei der Optimierung der Technik versprechen wir uns eine Senkung des Verbrauchs an Energie und Wasser sowie eine Minimierung des Abfalls. Dadurch wird die Entstehung von CO2 reduziert.
Durch den bewussten Umgang mit den Ressourcen verringern sich auch die Kosten z.B. für Wärmeenergie, Strom, Wasser und Abfall.
 
3. Das Umweltbewusstsein fördern
In Verkündigung, Erziehung, Gesprächen und durch unsere Verhaltensweisen geben wir das Gelernte weiter.
Durch Aushänge, Presseartikel, Veröffentlichungen im Internet und über andere Kanäle informieren wir über Umweltaktivitäten des Grünen Gockels und der Kirchengemeinde. Unser Handeln wird transparent und glaubwürdig.
 
4. Gerechtigkeit im Blick behalten
Beim Preis eines Produkts schauen wir nicht nur auf die umweltschonende Produktion, sondern auch darauf, dass der Erzeuger einen gerechten Lohn erhält.
 
5. Die Umweltgesetze beachten
Wir achten darauf, dass alle umweltrelevanten Vorgaben eingehalten werden.
 
Um diese wichtigen Ziele zu erreichen, benötigen wir die Unterstützung und Mitarbeit aller in der Kirchengemeinde.