Markuskirche

 
Wir freuen uns, wenn Sie unsere Markuskirche zu einem Gottesdienst, zu einem Rundgang oder hier auf der Homepage besuchen!
 
Haben Sie etwas Zeit für einen Rundgang durch diese „junge“ und schlichte Kirche, die durch die Formsprache und Symbolik, die sie enthält, gleichwohl zu uns zu sprechen beginnt...? Sie sind eingeladen!  
Markuskirche ist eine "offene Kirche"
Allein in Deutschland gibt es über 20.000 Kirchen und Kapellen, eine Vielzahl von ihnen ist inzwischen auch wochentags geöffnet und lädt zum Menschen zum Verweilen und Innehalten ein. Und viele nutzen die Gelegenheit und kommen unter der Woche kurz "auf einen Sprung" vorbei: Vor dem Einkauf, nach der Arbeit, in der Mittagspause. Sie setzen sich für einige Minuten in eine Kirchenbank, zünden eine Kerze an, schreiben ein Gebet oder eine Bitte in ein Anliegenbuch. Und nehmen sich vielleicht am Ausgang noch eine Karte mit einem Bibelvers oder einen kleinen Kirchenführer mit.
Sollte Gott an Kirchenmauern gebunden sein?
Dennoch ist bereits in biblischen Zeiten eine bemerkenswerte Zurückhaltung erkennbar, die Gegenwart Gottes an ein sakrales Gebäude (damals den Tempel in Jerusalem) zu binden: Nachdem der König Salomo den Tempel in Jerusalem errichtet hatte, sprach er am Altar folgendes Gebet: Aber sollte Gott wirklich auf Erden wohnen? Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen – wie sollte es dann dies Haus tun, das ich gebaut habe?
 
Wende dich aber zum Gebet deines Knechts und zu seinem Flehen, Herr, mein Gott:
Lass deine Augen offen stehen über diesem Hause Nacht und Tag, über der Stätte, von der du gesagt hast: da soll mein Name sein.
Du wollest hören das Gebet, das dein Knecht an dieser Stätte betet und wollest erhören das Flehen deines Knechts und deines Volkes Israel, wenn sie hier bitten werden an dieser Stätte; und wenn du es hörst in deiner Wohnung, im Himmel, wollest du gnädig sein.“                          (1. Könige Kapitel 8 Verse 27-30)
 
Die Gegenwart Gottes in unseren Gottesdiensten und Zusammenkünften können wir also erbitten, aber sie ist nicht automatisch verfügbar. Grundsätzlich gilt: Gottes Wirken ist gewiss nicht an die Kirchenmauern gebunden! 
 
 
Die Geschichte der evangelischen Gemeinde in Gaggenau begann 1771:
Die katholische Linie des Hauses Baden war ohne Stammhalter geblieben und erlosch. Da fiel die obere Markgrafschaft Baden-Baden an Karl Friedrich von Baden-Durlach, der evangelisch war. Bis dahin gab es in der Region nur in Gernsbach eine evangelische Gemeinde und einen Pfarrer.
 
Immer dann, wenn der Markgraf Karl Friedrich von Baden-Durlach in der Folgezeit im Schloss von Rotenfels residierte, wurde der evangelische Pfarrer von Gernsbach nach Rotenfels zu Hausandachten ins Schloss gerufen. Aus den Hausandachten wurden später regelmäßige Gottesdienste. Die Hofbediensteten, die Gäste und erste Einwohner mit evangelischem Bekenntnis bildeten die Gemeinde. Danach, im Zug der Industrialisierung Gaggenaus, zogen die Betriebe und Unternehmen Menschen aus allen Gegenden an, darunter viele evangelischen Bekenntnisses. Die Kirchengemeinde wuchs kontinuierlich; nach dem Krieg kamen viele Evangelische, die ihre Heimat im Osten verlassen mussten, hinzu.
Das Kirchenportal: Übergang in eine andere Welt
Das Portal einer Kirche ist, je nach Bauzeit und Epoche, mehr oder weniger reich ausgestaltet. Unsere recht „moderne Kirche“ hat kein aufwändiges Portal, doch das Portal ist bei sakralen Bauten grundsätzlich bedeutsam, weil es den Eintritt in einen anderen Raum bewusstmacht. Das Kirchenportal signalisiert den Übergang in einen anderen Raum, und damit in eine andere Welt. Bemerkenswert ist, dass wir ziemlich intuitiv beim Betreten eines Kirchenraums eine andere Haltung einnehmen und oft auch in eine andere Stimmung versetzt werden.
 
Mit dem Begriff „heilig“ könnte man das „andere“ des Kirchenraums benennen, was auch Menschen wahrnehmen, die keine kirchliche Sozialisation erfahren haben, wenn sie eine Kirche betreten. Selbst Jugendliche verhalten sich anders in diesem Raum... Vielleicht könnte man es so formulieren: Der Kirchenraum spiegelt mir wider, dass es in meinem Leben etwas Heiliges gibt, dass es Dinge gibt, die mir heilig sind und die das menschliche Leben aus dem bloß materialistischen Dasein erheben und ihm eine unverlierbare Würde geben: es geht um das, was schützenswert ist in unserm Leben und im menschlichen Leben und in der Welt überhaupt. Insofern weisen uns Kirchen immer auf dies „Überschüssige“ im Leben  hin, das nicht messbar und sichtbar ist...