Innenraum

 
Die Dreiheit Kanzel – Altar – Taufbecken
Wenn man Kanzel, Altar und Taufbecken mit gedachten Linien miteinander verbindet, ergibt sich in den meisten Kirchen ein Dreieck. Diese Dreiheit lässt sich auf elementare Vollzüge im menschlichen Leben deuten: Ansprache – Essen – Waschen: alle drei Vollzüge sind notwendig am Lebensbeginn, aber auch im weiteren Lebensverlauf...
Man kann auch anders sagen: die Vollzüge des Gottesdienstes (Predigt, Abendmahl, Taufe)  ermöglichen eine Regression, die wir als erwachsene Menschen regelmäßig brauchen, um progressiv, gestaltend und verantwortlich leben zu können...
Diese Vollzüge drücken eine bestimmtes Menschenbild aus: Der Mensch ist ein elementar auf andere angewiesenes soziales Wesen, auch noch im Erwachsenenalter.
 
Abendmahlsgeräte
Zur festlichen Einweihung der Markuskirche am 19. Nov.  1891 überreichte  Großherzog Friedrich I. die Abendmahlsgeräte als Geschenk an die Kirchengemeinde. Seither haben sich über ein Jahrhundert hinweg Gemeindeglieder und Gäste zur Feier des Abendmahls um den Altar versammelt.
 
Die Orgel
Nach zähem Ringen konnte sich der Ältestenkreis im Jahr 1994 für einen Orgelneubau in der Markuskirche entscheiden. Es war keine leichte Entscheidung. Die alte Orgel der Firma Steinmeyer zu erhalten, wäre zwar „billiger“ (200.000.- DM) gewesen, aber hätte langfristig dieselben Probleme aufgeworfen, mit denen man bis 1994 zu kämpfen hatte. Die Firma Hartwig Spät  in Hugstetten am Kaiserstuhl erhielt den Zuschlag und der Vertrag wurde Ende 1994 unterzeichnet. Es sollten nun noch vier Jahre ins Land gehen bis zum Einbau der Orgel. Im November 1997 wurde die „alte Steinmeyer“ von einem Orgelbauer aus Bratislava abgebaut. Sie tut heute in der Lutherischen Kirche in Bratislava noch ihren Dienst. 12.000.- DM bekam die Gaggenauer Gemeinde noch für das alte Instrument. Derweil ging  in der Markuskirche der große Umbau und die Renovierung der Kirche von statten. Am 30. Juni 1998 war es dann so weit. Die neue Orgel wurde angeliefert und aufgebaut.Zum Instrument:Es handelt sich um eine voll mechanische Schleifladenorgel mit 21 Registern. Das Konzept basiert auf den Ideen des Orgelbausachverständigen Herrn Dr. Kares. Die Disposition weicht in einem Punkt von den üblichen Schemata ab. Das Pedalwerk wird nicht wie üblich mit 30 Tönen gebaut sondern als Manualwerk. Das Pedal ist somit nur über eine Kopplung spielbar. Dieser neue Aspekt fasziniert, da man dadurch ein zusätzliches drittes Manual auf 16’ Basis zur Verfügung hat. Das gesamte Pedal (III. Manual) ist gemeinsam mit dem zweiten Manual in einem Schwellkasten untergebracht und ermöglicht eine zusätzlich expressive Nutzbarkeit. Der Gesamtklang der eigentlich zweimanualigen Orgel erhält durch das Bassmanual ein wesentlich erweitertes Klangbild, das man eigentlich von einer Orgel dieser Größe normalerweise nicht erwarten würde.